Am Samstag gibt es für mich ein neues Bett, die passende Matratze wurde heute erworben. Dazu suchte ich das schwedische Möbelhaus unser aller Vertrauen auf, da ich bei denen im Onlinekatalog etwas preislich wie metrisch Passendes fand.
Nun gut, ich muss sagen ich bin nicht so ganz der Einkäufer. Und ich hab auch meine kleinen Probleme mit dem Klientel, das beim vierbuchstabigen Regaldistributor umherschwirrt, oder besser: trödelt.
Es sind die immer gleichen sozialpädagogisch veranlagten Alternativmedizinnutzer, die mit offenem Mund – debil (oder morphin?) grinsend – und leerem, staunenden Blick (hinter sündhaft teuren dickberahmten Gleitsichtgläsern) durch die Gänge tümpeln und endlos über diese Lampe (in organischer Form, versteht sich) und jenen Bettbezug schwadronieren. Gerade zu Zeiten, wenn die Grundschule Feierabend macht stürmen diese Menschen die vorher mit Menschen wie Du und ich gefüllten Gänge und manövrieren ihre Einkaufswägen erstaunlich geschickt direkt vor mich um sogleich abrupt zum stehen zu kommen und in gedämpften Tonfall zu rufen: “Rüdiger-Geronemo, jetzt komm doch mal bitte her.” Rüdiger interessiert das nur leider kein Stück, sonst versucht sogleich auch den Rest seines Nächsten zu verspeisen.
Nachdem man nun diesen Laden bereits zweimal durchschritten hat, tut man eben doch das, was man vermeiden wollte – man meldet sich an der Information. An jener wird man zu einer Kollegin bei irgendwelchen Einbauschränken verwiesen, da Erstere derzeit zu tun hat. Es entsteht ein Dialog:
Ich: “Guten Tag.”
Sie: “Hmpf.”
Ich: “Meine Mission für heute: Matratze kaufen. Und zwar die Ingebørg Åbelina in $Größe zu $Preis.
Sie: “Glückwunsch. Ich kenn mich damit aber nicht aus.”
Ich: “Was muss ich denn nun tun, um das gute Stück mein Eigen zu nennen?”
Sie: “Geben Se mal den Namen, dann schau ich nach im Computer, Sie zahlen das und dann holen Se das am Außenlager “Arschderheide West” ab.”
Um einige Erkenntnis reicher und um letztlich eine höhere als zunächst geplante Summe leichter (die Salatschüssel war günstig, die daheim haben alle Macken und in den Windfang muss eh eine neue Lampe) verlässt man das Geschäft und findet sogar schnell das Außenlager.
Mit dem Aufzug, dessen Größe die Grundfläche so mancher Mietwohnung übersteigen vermag, geht wieder hinauf zum Auto. Während man selbst vorgesorgt und sich einen Kombi geliehen hat, kann man nach dem kurzen Augenblick des Einladens der Dame vier Parkplätze weiter dabei zuschauen, wie sie die massive Schrankwand Trelleborg in ihren Ford Ka, wahlweise einen Peugeot 106 zu verstauen versucht. Es gelingt ihr und sie fährt nach nur 26 Minuten mit ihren zwölf auf Dach und Motorhaube verteilten (Kofferraum und Sitzmöglichkeiten sind bereits voller Pflanzen, Duftkerzen und Kleinkram) Paketen von dannen.
Man selbst macht sich mit gehörigem Sicherheitsabstand (etwa 800 Meter ≈ 14 Minuten) selbst auch auf die Heimfahrt. Auf dem kaufhauseigenen Kreisverkehr wird einem noch ein, zwei Mal von einem Volvo 745 GL Schwedenpanzer die Vorfahrt genommen, dann befindet man sich wieder in sicherem Gewässer. Nun ist man auch erschöpft genug für eine geruhsame Nacht auf der neuen Matratze.
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