Vorwort: Ich möchte keinen Kindesmissbrauch gutheißen. Ich verabscheue solche Gewalttaten gegenüber Schutzbedürftigen und fordere ebenso wie viele Andere ein konsequentes Vorgehen solche Straftäter.
Allerdings ist die Internetzensur, wie sie jetzt vereinbart wurde, kein Heilmittel gegen diese Machenschaften. Das Umgehen dieser Zensur ist kinderleicht und auch für den Laien in wenigen Minuten machbar.
Constanze Kurz vom Chaos Computer Club hat es treffend formuliert: “Man kann sich das Internet wie einen Kiosk vorstellen, wo Filme, Bilder, Musik und eben auch Kinderpornographie zu haben ist. Was die Bundesregierung macht, ist nicht etwa den Kiosk mit den Kinderpornos zu schließen, sondern einen Zaun drum herum zu errichten und ein Schild dranzuhängen ‘Hier gibt es Kinderpornos’” [Ich habe das Zitat vorhin im Radio gehört, es kann also zu kleinen Abweichungen in der Wortwahl gekommen sein]
Wie einfach die Sperre zu umgehen ist, sieht man hier.
Da es sich um eine DNS Sperre handelt, muss man lediglich einen anderen DNS Server als den eines zensierenden Anbieters nutzen. Es bieten sich die DNS Server von OpenDNS oder vom FoeBuD e.V. an.
Windows XP:
Nutzer von Microsoft Windows XP müssen lediglich die Systemsteuerung öffnen und dort das Icon “Netzwerkverbindungenn” wählen.
In dem Fenster “Netzwerkverbindungen” wählt man die gewünschte Verbindung aus und wählt “Eigenschaften”.
Dann erhält man folgendes Fenster:

Hier scrollt man ganz nach unten bis zum Punkt “Internetprotokoll (TCP/IP)”, markiert diesen Eintrag und klickt auf “Eigenschaften”.
Das folgende Fenster sieht dann wie folgt aus:

Hier muss nur noch der Punkt “Folgende DNS-Serveradresse verwenden” angeklickt werden und schon kann man einen eigenen DNS-Server angeben, über den künftig die Verbindungen laufen.
Hier ein Beispiel mit dem DNS-Server vom FoeBuD e.V.:

Ein Klick auf “OK”, beim nächsten Fenster auf “Schließen” und schon hat man die Internetsperre von Frau von der Leyen in weniger als fünf Minuten umgangen.
Mac OS X:
Hier muss man nur in die Systemeinstellungen gehen und Netzwerk auswählen.

Dort wählt man nun den gewünschten Netzwerkadapter aus und klickt auf “Weitere Optionen”.

Unter dem Reiter DNS klickt man auf das “+” unten links und trägt den DNS Server ein. Danach bitte auf “OK” klicken.

Ein Klick auf “Anwenden” und schon ist auch der Mac-User befreit von der Zensur.

Man sieht also, dass man innerhalb weniger Minuten die Sperre umgehen kann.
Wieso dann diese Aufregung? Weil man diese Sperrungen zum Gesetz machen möchte und man befürchten muss, dass diese Zensur früher oder später ausgeweitet wird auf andere Bereiche des Internets (oder anderen Medien).
Sie ist nicht nur unwirksam für das Erreichen des von der Politik genannten Zieles (Verhinderung des Konsums von kinderpornographischem Material), sondern sie schafft auch noch die Grundlage für eine Zensur der Medienlandschaft der Bundesrepublik.
Mein Vorschlag: Eine gut ausgestattete Polizei, die das Problem an der Wurzel packen und die Ersteller, Händler und Konsumenten verfolgen und der Gerichtsbarkeit zuführen kann.
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