Text Review LED Lenser – Unglaubliche Lichtleistung
[Trigami-Review]
Letztes Jahr habe ich ein Text Review zu einer sehr guten Taschenlampe geschrieben. Das Objekt der Begierde war eine LED Lenser M1 von Zweibrüder Optoelectronics.
Jetzt gibt es einen großen Bruder: die LED Lenser M7. Und genau dieses Stück habe ich getestet.
1. Karton und dessen Inhalt
Das gute Stück kommt in einem matt-schwarzen, handlichen und eher unscheinbaren Karton daher.
Darin finden sich folgende Dinge:
- die M7 (klar)
- Akku-Tank mit vier AAA-Batterien (nicht zu sehen)
- eine Handschlaufe
- ein Gürtelclip (statt der Cordura Tasche wie bei der M1 oder M5)
- eine Bedienungsanleitung
- die Smart Card, eine Kurzanleitung für die wichtigsten Funktionen
2. Erster Eindruck und Funktionen
Zweibrüder hat sich redlich bemüht ihre Taschenlampen weiter zu entwickeln und dabei alle Kritikpunkte der vorherigen Version anzugehen.
Die Lampe verfügt ebenfalls über ein sehr griffiges, schwarzes Metallgehäuse, das einen stabilen Eindruck macht.Am hinteren Ende ist wieder nur ein Schalter angebracht, über den sich alle Lichtfunktionen der Smart Light Technology (so heißt die Technik der verschiedenen Lichtprogramme) wählen lassen. Dies geht nun aber deutlich bequemer:
Bei der M1 schaltete man durch Antippen durch die Modi und drückte beim entsprechenden Modus den Schalter durch um die Lampe auf Dauerbetrieb zu schalten. Jetzt ist es umgekehrt: man schaltet die Lampe ein und klickt sich durch die Lichtfunktionen hindurch. Wesentlich angenehmer!
Hält man beim Antippen ein (also nicht den Schalter durchdrücken), dann fängt die Lampe an zu dimmen: langsam heller und dunkler zu werden. So kann man den optimalen Helligkeitsgrad wählen.
Damit man aber nicht verrückt wird von den vielen Möglichkeiten gibt es verschiedene Grundeinstellungen:
- Professional: Alle Lichtarten stehen zur Verfügung
- Easy: der Boost, Morsefunktion, sowie normales und blendfreies Licht stehen zur Auswahl.
- Tactical Defense (besonders interessant z.B. für Sicherheitskräfte): Morsen, Boost, normales Licht und das Stroboskop stehen zur Verfügung. Das bedeutet: man schaltet die Lampe ein und durch ein Antippen des Schalters kommt man zum Stroboskop, also schnelles Blitzen mit voller Power (bitte nicht an Epileptikern testen!)
Man wählt zwischen den Lichtprogrammen durch viermaliges Antippen und dann Einschalten der Lampe. Die Lampe blinkt als Rückmeldung (1x für Professional, 2x für Easy und 3x für Defense)
Ein weiterer häufiger Kritikpunkt an modernen Lampen ist der Umgang mit den Batterien: Entweder nutzen die Lampen den Strom bis zum Ende voll aus und verabschieden sich dann, oder sie liefern nicht lange die volle Lichtleistung und werden immer schwächer.
Bei der M7 kann der Anwender einfach dazwischen wählen, indem er acht Mal den Schalter antippt ihn dann durch drückt. Die Lampe gibt Rückmeldung: für den Energy Saving Mode dimmt sie und geht aus, beim Constant Current Modus geht sie abrupt aus.
So kann jeder für sich individuell entscheiden was für Funktionen er benötigt. Die Lampe speichert diese Einstellungen immer bis zum nächsten Wechsel der Batterien. Die Lampe warnt auch vor niedrigem Batteriestand, sodass man noch Zeit hat mit ihr den Ersatz zu suchen.
Davon hat die M7 gleich vier: Vier günstige AAA-Batterien passen in den Power Tank, der an die Prozessoreinheit angeschlossen ist. Der Wechsel der Batterien ist kinderleicht und schnell zu bewerkstelligen. Wer nicht auf Batterien steht, der kann die Lampe auch mit Akkus betreiben – ein weiterer Pluspunkt gegenüber der M1, die mit einer teuren CR123A Batterie (kein Akku)betrieben werden muss. Alternativ kann man auch auf die M7R warten, die mit einem integrierten Akku und einer Ladestation daherkommen wird.
Überhaupt ist die M7 dank ihres modularen Aufbaus sehr wartungsfreundlich:

Von Links nach rechts sehen wir die Linse in ihrer Aufnahme, Das Verbundstück zwischen Linse und Gehäuse, das Gehäuse (noch mit eingebauter LED), der Power Tank (rechts guckt der Schalter raus) und die Prozessoreinheit. Da der Schalter mit am Batterietank ist, lässt er sich leicht und günstig bei Verschleiß austauschen.
Die beiden Teile links bilden das Advanced Focus System, welches die Vorteile von Reflektor und Linse kombiniert. zwischen Licht im Weitwinkel und Fokussierung auf einen weit entfernten Punkt ist alles möglich. Zum System bei der M1 wurde es verbessert, indem der Fokus nun arretierbar ist und nicht mehr aus Versehen verschoben wird.
3. Die M7 in der Praxis
Ich hatte nun einige Zeit die M7 auf Herz und Nieren zu testen und muss sagen: ich bin einfach begeistert! Wer mich kennt, der weiß das ich mich eigentlich recht gewählt ausdrücke, aber im Gedanken an die M7 werde ich regelrecht euphorisch. Mit der M7 in der Tasche ist es, als würde man mit einer kompakten Sonne durch die Welt streifen.
In Zahlen ausgedrückt heißt das:
- 220 Lumen
- 225 Meter Reichweite
- 11h Leuchtdauer
Die M1 ist schon ganz gut dabei, aber verblasst mit ihren 155 Lumen und 146 Metern Reichweite gegen die M7. Die M7 ist dafür deutlich schwerer, mehr als doppelt so schwer wie die M1 (193 vs 78 Gramm), aber verglichen mit einer MagLite D3 immer noch ein Leichtgewicht und gleichzeitig leistungsstärker.
Ihren ersten Praxistest erlebte die M7 bei uns auf der Weide. Die Pferde waren dank der enormen Reichweite und Helligkeit schnell gefunden, trotz Entfernung. Dann wurde ein etwas weiterer Fokus eingestellt und die Lampe mit dem passenden Clip an der Hose befestigt. Ein Pferd links, eines rechts geschnappt und im Nu waren die beiden im Stall.
Zum Vergleich: Die MagLite hatte keine Chance auf die Entfernung, die M1 reichte gerade eben aus.
Ich habe ein paar (nicht ganz scharfe) Fotos gemacht, nachts auf einer stockfinsteren Weide.
Die Einstellungen sind mit denen des letzten Artikels vergleichbar (23mm, ISO 100, f/5.0, 20 Sek. Belichtung).
Sie zeigen dennoch ganz ansehnlich, wie verdammt hell die M7 ist:
Ich habe noch einige nächtliche Spaziergänge unternommen und die M7 mitgenommen. Das war eigentlich ein Fehler, denn wegen der M7 waren es eigentlich keine nächtlichen Spaziergänge mehr…
4. Fazit:
Ich hatte die M7 seit ihrem Eintreffen jeden Tag im Einsatz. Ich konnte bislang keinen negativen Punkt finden. Nicht einen. Sie ist einfach die perfekte Taschenlampe.
Wer ein Gerät sucht, welches
- bis ans Ende der Welt leuchtet
- sich individuell anpassen lässt
- günstig betrieben werden kann und
- hervorragend verarbeitet ist
Für den ist die LED Lenser M7 die richtige Wahl.
Wer noch einen Glasbrecher benötigt (oder einfach das leicht geänderte Design bevorzugt), der darf zur MT7 greifen. Später folgen soll wie erwähnt auch noch die M7R (Link wird freigeschaltet wenn das Produkt verfügbar ist), die mit einer Ladestation daherkommt.
Gerade veranstaltet LED Lenser einen Fotowettbewerb. Die Galerie dazu findet sich hier. Und wer noch mehr über LED Lenser wissen möchte, dem seien das Forum, sowie Facebook und Twitter Account empfohlen.









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