Besuch bei den Toten *Update*
Das Wetter ist super, es ist warm und sonnig. Da bekommt man natürlich Bewegungsdrang. Also los: Kamera einpacken und ab in die große weite Welt.
An jenem Tag habe ich noch Blohmi mitgenommen und wir haben den umliegenden Friedhöfen einen Besuch abgestattet.
Zunächst waren wir auf dem Friedhof in Osterholz-Scharmbeck, einem Ort mit einigen Jahrhunderten Tradition und dem entsprechend auch mit älteren Gräbern.
Doch noch interessanter war für uns ein alter, sehr sehr kleiner, jüdischer Friedhof. Dieser wird nämlich scheinbar schon seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt. Er ist in einem kleinen Wäldchen am Ortsrand gelegen und wird nach meiner Einschätzung noch sporadisch gepflegt. Durch den Wald fällt nur stellenweise das Sonnenlicht ungehindert auf die Gräber. Diese sind verwildert, der Rasen ungemäht, die Wege voller Laub.
Und irgendwie ist er einfach wunderschön. Hier findet man eine Ruhe, wie sonst nur noch selten. Es ist bedauerlich, dass das Gewerbegebiet mit seinem Lärm und seinen wenig ansehnlichen Fabrikhallen sich immer weiter hierher ausdehnt.
Trotzdem ist der kleine Friedhof ein Ort für tolle, stimmungsvolle Fotos mit hohen Kontrasten. Es drängt sich förmlich auf auf Farbe zu verzichten und in schwarz/weiß zu fotografieren.
Da es ein jüdischer Friedhof ist, haben die Grabsteine übrigens zwei Inschriften: Auf der einen Seite auf deutsch, auf der anderen Seite hebräisch.
Bei allem, was man an solchen Plätzen tut, sollte man eines nicht vergessen: Die Würde der Toten.
Seid also diskret, vorsichtig. Nutzt die dafür vorgesehenen Wege (auch wenn es schwer fällt oder sie, wie hier, teilweise nicht mehr vorhanden sind).
Update: Habe die beiden ersten Bilder mal angepasst (aufgehellt), da die auf einem fremden Monitor recht schlimm aussahen.


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