Windows 7
“Man muss nicht alles zerstören, wenn man eine große Veränderung erreichen will”. Diesen Spruch von Windows-Chefentwickler Steven Sinofsky scheint Microsoft in der Beta zu Windows 7, dem Nachfolger zu Windows Vista, sich zu Herzen genommen zu haben.
Erstmal vorweg: Mein einziges Wissen über Windows 7 beschränkt sich momentan auf einen Artikel in der Sueddeutschen. Ich werde da ganz einfach mal kurz zitieren und kommentieren:
“Man kann nun zusätzlich die Farbe der Rahmen ändern, sich selber Farben mischen. Gibt es nichts Wichtigeres als die Frage, welche Farbe Rahmen haben? “95 Prozent aller Windows-Nutzer haben den Bildschirmhintergrund geändert”, sagt Windows-Chefentwickler Sinofsky, sie legten eben großen Wert darauf, ihren Computer nach ihren Vorstellungen zu gestalten.”
Ich bin jetzt schon schwachsinnig begeistert. Vor allem: Irgendwie kommt mir das bekannt vor. Gab es das nicht schon in Windows Vista?
Richtig, das gibt es schon bei Vista! Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich würde mal vermuten, dass diese Funktion höchstens 2% der User nutzen. Höchstens. Und für Windows 7 wird das von der SZ als etwas “zusätzliches” vorgestellt, das ist interessant.
Aber selbst wenn Vista sowas nicht könnte: Was soll es denn an Windows 7 für Neuerungen geben, wenn man dieses “Feature” hervor´hebt?
Schön ist allerdings auch folgende Aussage:
“Eine ganze Reihe von Neuerungen in Windows 7 versucht Microsoft zufolge dort anzusetzen, wo es die meiste Kritik an Vista gab.”
Wer sowas als Patch macht, ist natürlich ein Verlierer. Als Kunde kann man sowas natürlich auch nicht erwarten, dass der Hersteller sich bemüht, sein Produkt zu verbessern. Das muss natürlich in ein neues Vollpreisprodukt einfließen.
Und was wird sonst noch angepriesen? Man soll bei Windows 7 auch über mehrere Computer hinweg suchen können. Das ist allerdings möglicherweise interessant und sogar fast nützlich. Der Trend geht ja zum Zweitcomputer. Ich kenne das Problem schließlich auch, mit drei Computern: “Ach, Scheiße, die Daten liegen auf dem Laptop”. Dann muss ich das Laptop hochfahren und die Daten rüberkopieren. Dafür muss ich dann also einen Knopf drücken und mein Passwort eingeben, danach gehts ja alles übers Netzwerk. Wie sähe das mit Windows 7 aus? Ich drücke einen Knopf und mache es dann übers Netzwerk. Nette Idee, aber im Endeffekt ist die Zeitersparnis in der Nähe von 0. (Gemessen in Sekunden)
Viel nützlicher ist dagegen ja der Windows Home Server, den es schon seit längerem gibt: Damit könnte man sämtliche Daten eigentlich auf einen ständig eingeschalteten Server synchronisieren. Im Hintergrund, versteht sich. Einziges Problem: Der Server verliert Daten. Eine schon lange bekannte Lücke, die von MS afaik noch immer nicht gepatcht wurde. Kennt man ja auch erst seit 5 Monaten. Ein Server der “dicht hält” kommt wohl als seperate Version heraus, die man extra kaufen muss.
Was mir bei dem Artikel auch wieder eingefallen ist: Ich bin ja auch im Besitz eines Windows Vista mit Aero-Oberfläche. Die war bei mir nur die ganze Zeit deaktiviert, weil sie ganz einfach nutzlos ist.
Alles in allem würde ich sagen, dass die Verbesserungen an Windows 7, die mir bisher bekannt sind, allerhöchstens einen besseren Patch darstellen. Eine ganz leicht veränderte Oberfläche (wahrscheinlich ein Abfallprodukt der Entwicklung von Windows Vista, welches wiederum ein Abfallprodukt von Office 2007 ist) und eine Hand voll Detailverbesserungen rechtfertigen in meinen Augen einen Preis von rund 1€. Höchstens. Normalerweise kommt sowas per Patch. Aber ich weiß natürlich auch nicht, was “unter der Haube steckt”.


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