Gestern ging es pünktlich um fünf Minuten nach zwei Uhr morgens los.
Ins Auto gesetzt und Kurs in Richtung Österreich gesetzt. Viele Kilometer Autobahn, diverse Tunnels sowie Brücken trennten uns von unserem Ziel. Nach Judendorf Straßengel, ein Vorort von Graz, sollte es gehen. Dort war ein Vorstellungsgespräch angesetzt auf acht Uhr.
Also losgefahren und um fünf Minuten vor acht Uhr (pünktlich!) angekommen. Zwischendurch das Auto an Steigungen auf Herz und Nieren getestet, wie nur die Alpen es können – daheim ist der Deich die höchste Erhebung weit und breit.
Aber ich stelle immer wieder fest, wie viel Spaß das Fahren in den Bergen ist. Im Grunde hatten wir auch viel Glück mit der Verkehrssituation. Es gab lediglich eine Behinderung in Form einer Baustelle gab es keine nennenswerten Ereignisse. Die Baustelle konnte mit Hilfe einer eingerichteten Umleitung schnell passiert werden, sodass wir nur ca. 10 Minuten verloren.
Alles in allem waren wir schnell in Österreich, unser Plan ging vollends auf.
Während dann meine ‘Schwägerin’ zu ihrem Vorstellungsgespräch entschwunden war, machten meine bessere Hälfte und meine Wenigkeit es uns gemütlich im Feng-Shui-Garten der Klinik und frühstückten erst einmal.
Nach erfolgreicher Stärkung machten wir uns auf den Weg zur Kirche. Judendorf ist nicht sehr groß, hat sich aber dennoch ein recht ansehnliches Arsenal an Clubgebäuden der Katholischen Kirche geleistet.
Leider scheint es für die Erhaltung an Geld zu fehlen, was einem hie und dort ins Auge fällt. Andere Teile sind sehr schön erhalten und imponieren schon recht ordentlich.
Was mir noch auffiel, waren die Bilder, die Familien der Kirche geschenkt hatten. Diverse hingen dort, mehr oder weniger alle versehen mit Schriftzügen wie
Als Dank für die Heilung unseres Kindes
Hörte sich für mich sehr stark nach Exorzismus an.
Nebenbei war dort eine Dame dabei Kronleuchter zu putzen und irgendwie schaffte sie es bei dieser Sisyphos-Aufgabe sogar noch ein glückliches Gesicht zu machen.
Dann, als wir scheinbar alles örtliche gesehen hatten, hätten wir den Weg nach Graz antreten können.
Leider war unser Navigationsgerät nicht in der Lage uns wieder zur Klinik zu führen, sodass ich davon abriet – mein Orientierungssinn ist nicht der beste und ich wollte es bei meiner Müdigkeit nicht darauf ankommen lassen.
Also beglückten wir die Umgebung mit unserer Anwesenheit und enterten dann noch ein Einkaufszentrum, in dem ich dann sogar noch etwas Geld ließ (gegen Ware, versteht sich).
Gegen 15 Uhr 30 ging es dann wieder nach Hause, auch diese Fahrt war nur mäßig spektakulär.
Der Vollständigkeit halber muss aber erwähnt werden, dass Dänen und Holländer auf österreichischen Autobahnen ein gar komischen Fahrstil zu pflegen scheinen, z.B. eine gleichmäßige Geschwindigkeit von ca. 110 Stundenkilometern, egal ob die zulässige Höchstgeschwindigkeit gerade 130, 100, 80 oder 60 km/h beträgt.
Vielleicht hatten sie auch Probleme damit sich von einem Ford Ka abhängen zu lassen.
Im Temporärheimathafen gönnten wir uns diverses Bier zur Kühlung, Stärkung, Belohnung und Freude.
Die Dorfkneipe wirbt übrigens damit, dass es dort GAAAAANNZ NEEUU Beck’s Green Lemon und Chilled Orange gibt.
In gewisser Weise lebt man eben doch dort hinterm Berg..
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