Auf großer Reise mit dem MacBook und der Deutschen Bahn

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Veröffentlicht von Pierce | Kategorie: Kulturbolschewismus | Datum: 18:06:2008

Heute ging es bis nach von einem kleinen Örtchen zwischen Bremen und Bremerhaven bis in ein anderes, etwas größeres, Örtchen in der Nähe von Rostock.

Natürlich habe ich auch meine Kamera mit, Bilder werden dann in Kürze folgen. Photoshoppen macht in der Deutschen Bahn übrigens keinen Spaß, denn man kann totsicher sein, dass eine Kurve oder eine Erschütterung kommt, sobald man versucht etwas auszuwählen.

Die Strecke bis nach Bremen zum Hauptbahnhof wurde ich mit dem Auto gebracht (vielen Dank nochmals dafür!), ab Bremen Hauptbahnhof ging es dann mit dem IC 2320 bis zum Hamburger Hauptbahnhof.

Immerhin ergatterte ich mir einen Platz mit Tisch und Steckdose, sodass ich den Akku des MacBooks nicht weiter bemühen musste (Dort schreibe ich übrigens auch diesen Text.).

Ich sitze nicht alleine an dem Tisch, sondern mit mir noch ein Mädchen, was ich auf 18 Jahre schätzen würde, sowie ein Anzugträger, der um die 35 zu sein scheint.

Wir kommen ins Gespräch. Das Mädchen sagt, sie heißt Lena, eigentlich Albojena, aber das könne niemand aussprechen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das richtig geschrieben habe. Sie ist 23 und nur 1,52 m klein.

Sie kommt aus Köln und arbeitet als Hotelfachfrau. In Kiel will sie ein Hotel besichtigen, in das sie vielleicht versetzt werden soll, sollte ihr Chef das Gebäude kaufen.

Der Herr im Anzug erzählt auch etwas. Er arbeitet für eine Unternehmensberatung und kommt gerade aus Bremen. Dort hat er bei einer Reederei die Mitarbeiter im Umgang mir dem Defibrilator geschult. Ein Trainingsexemplar trägt er mit sich. Er will nach Hamburg, denn dort hat die Firma für die er arbeitet ihren Sitz.

- Schnitt. -

Ich sitze nun bereits im RegionalExpress Nr. 33011, derzeit noch im Hamburger Hauptbahnhof. In zwei Minuten soll der Zug abfahren, wir haben 12:28 Uhr.

Der Zug ist dunkel, die Lichter fast überall ausgeschaltet. Mit einem Mann, schätzungsweise Anfang bis Mitte 50 mit leichtem Übergewicht, teile ich mir einen der Vier-Personen-Plätze. Die anderen beiden Plätze nehmen unsere Taschen ein.

Dann fährt der Zug pünktlich ab und macht sich schnell auf den Weg durch und aus Hamburg. Wir werden vom Lokführer darüber aufgeklärt, dass es gegen Aufpreis Zutritt zur ersten Klasse gibt und dass sich dort auch ein für alle zugänglicher Kaffeeautomat befindet, bei dem die Getränke “nur” einen Euro kosten. Ich bin schon fast beeindruckt.

Der Mann mir gegenüber löst Kreuzworträtsel. Er scheint dies öfter zu tun, denn er ist gut. Er löst sie immer fast komplett und ziemlich schnell.

Der Akku meines MacBooks zeigt Zeiten an, die deutlich über fünf Stunden liegen. Ich bin zufrieden, habe aber nicht vor, so viel Zeit in diesem Zug zu verbringen. Um 14:38 Uhr soll ich in meinem Zielort ankommen.

- Schnitt. -

Immernoch sitze ich im Zug in Richtung Ostsee, doch ich habe nun den Viererplatz für mich allein. Der Herr hat sich einen neuen Platz ergattert, diesen hat er nun also ganz für sich allein.

Der RegionalExpress ist mit kleinen Bildschirmen ausgestattet, ca. 13″ – 14″. Der geneigte Fahrgast kann sich dort über Uhrzeit und den Fahrplan informieren.

Dies wechselt sich mit kleinen Propaganda-Werbefilmchen ab, die für eine bessere Welt ohne Gewalt und für Erziehung werben (http://Du-Kannst-Entscheiden.de).

Es gibt die Filme “Prügeln in der Schule”, “Vati will Baby würgen”, “Mutti vernachlässigt Kleinkind” und “Jugendliche prügeln auf Obdachlosen ein”. Die Filme ruckeln.

Um 13:23 Uhr kommt eine neue Durchsage: Der Kaffeeautomat ist defekt. Ich möchte nicht in den üblichen DB-Bash verfallen, aber irgendwie ist das bezeichnend.

Mein MacBook schlägt sich übrigens sehr wacker, die Akkulaufzeit wird mit fünf Stunden angegeben, bei voller Displayhelligkeit immerhin noch mit vier Stunden und dreißig Minuten.

Wir erreichen gerade den Bahnhof “Hagenow Land”. Uns gegenüber steht ein Triebzug der ODEG, der “Ostdeutsche Eisenbahn”.

Deutlich ist der Gegend anzusehen, dass es einmal Gebiet der DDR war.

Markant sind die neuen Straßen, an die verfallene Gebäude (natürlich auch renovierte Häuser) und natürlich die Plattenbauten.

Für mich sind aber auch die Laternen und Hochspannungsmasten, genau wie die riesigen Felder für die “neuen Bundesländer” bezeichnend.

Irgendwie ist es schon eigenartig. Man erkennt deutlich den Fortschritt, die “Renovierung” des Landes und trotzdem sieht man sofort, dass hier etwas anders ist.

Allmählich bin ich dafür die Benutzung von Mobiltelefonen in Züge zu verbieten. in diesem Zug gibt es zwei Exemplare von Männern, die gern mit dem Handy telefonieren. Lautstark. Und die Funklöcher machen es nicht einfacher, denn diese führen nur dazu, dass man die Klingeltöne der Herren öfter hört.

Der Zugführer verabschiedet die Fahrgäste kurz vor dem Eintreffen in den Schweriner Hauptbahnhof und nötigt sie, einen schönen Tag zu haben.

Bei der Abfahrt erklärt uns Rüdiger Schmidt, wie sich der Zugführer vorstellt, dass wir eine Verspätung von vier Minuten haben, angeblich wegen eines Polizeieinsatzes (von dem ich nichts mitbekommen hab).

Fazit: 14:45 Uhr: Ankunft, mit nur fünf Minuten Verspätung. In heimischen Gefilden hatte die Bahn häufiger eine größere Verspätung – und das war nur der Zug von Bremen nach Bremerhaven. Ich bin sichtlich mit der Reise zufrieden. Insbesondere mit den IC und ICEs ist Reisen eine sehr angenehme Sache.

Das MacBook hat sich auch gut geschlagen. Noch knapp fünf Stunden Akkulaufzeit laut der Anzeige (67%). Ich bin mir zwar nicht sicher ob es tatsächlich so viel ist, aber mein Asus Laptop hätte nicht so souverän durchgehalten.

Zum Tippen und für andere nicht rechenintensive Arbeiten ist das MacBook also auf jeden Fall auch für längere Strecken durchaus zu empfehlen.