taz-MitarbeiterInnen schreiben 47.000 Postkarten per Hand
Die taz hat sich für ihre rund 47.000 Abonnenten eine schöne Sache einfallen lassen: Jeder bekommt eine persönliche Dankeschön-Postkarte von einem Mitarbeiter der taz. Handsigniert.
Meiner Meinung nach eine verdammt witzige Aktion, die sich die kleinste überregionale Tageszeitung Deutschlands da hat einfallen lassen. Und das beste daran ist: Ich werde auch eine kriegen, denn ich bin Abonnent.
Damit ist die taz mal wieder komplett anders als die Anderen: Müssen “herkömmliche” Zeitungen ihre Journalisten mit hohem Gehalt locken, bildet die taz ihre Leute einfach durch eine harte Schule aus und hat dadurch schon einige Preisträger hervorgebracht. Und noch immer verdienen taz-Mitarbeiter recht wenig; die taz kann es sich als kleines Blatt nicht leisten, ihre Mitarbeiter nach Können zu bezahlen. Daher verdienen die meisten Angestellten der taz nur rund 2000€ Monatlich. Aus Engagement zur Zeitung verzichten sogar einige auf einen Teil ihres Gehalts.
Ich denke, dass das einzigartig in der Deutschen Medienlandschaft ist. Ebenso wie der in der taz allgegenwärtige Sarkasmus: In der Wikipedia sind einige der schönsten Schlagzeilen der taz versammelt:
„SPD deutlich über 5%“ (anlässlich der Wahl 1999 zum Berliner Abgeordnetenhaus, bei der die SPD mit 22,4% das schlechteste Ergebnis nach 1945 verkraften musste)
„Ein starker Abgang“ (zum Tod von Jürgen Möllemann, der bei einem Fallschirmabsprung starb)
Auch sehr schön: 2003 veröffentlichte die taz an einem Samstag (Sonntags erscheint sie nicht) das vorläufige Wahlergebnis der am nächsten Tag stattfindenden Landtagswahl in Bayern, die Lottozahlen sowie die Bundesligaergebnisse.
Achja, ich kanns kaum erwarten, dass die Postkarte endlich ankommt!
Netzzeitung (Artikel über Postkartenaktion)


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