Sinnvolle Studien zum Schülerwissen
Heute in der SZ: Die Schüler wissen nicht genug über die DDR.
In einer vor kurzem an brandenburgischen Schülern der 10ten und 11ten Klassen durchgeführten Studie ist man zu der Erkenntnis gekommen, dass die Deutschen Schüler nicht genug über die Vergangenheit Deutschlands bezüglich der Teilung in DDR und BRD wissen.
Dabei kamen dann so lustige Ergebnisse zu Stande, wie z.B. die von einigen Schüler aufgestellte These, dass die DDR über eine florierende Wirtschaft verfügte. Für mehr lustige Erkenntnisse müsstet ihr einmal den SZ-Artikel durchlesen, die Antworten sind teilweise zum kringeln.
Aber viel wichtiger ist: Warum wundert man sich darüber? Ich habe in 12 Jahren Schulzeit nicht ein einziges Mal eine Arbeit/Klausur über die DDR geschrieben. Teilweise haben Schüler der 10ten Klassen nur ein halbes Jahr lang Geschichte und müssen dafür in ihrer Schulzeit manche Themen mehrmals durchnehmen, wie z.B. die allseits beliebte Französische Revolution oder die Industrialisierung. Dinge, die man wissen sollte, keine Frage, aber wie kann man Schülern ein umfassendes Bild der Weltgeschichte vermitteln, wenn man lediglich 2 Stunden in der Woche Zeit dafür hat?
Ebenso ist es in Politik: Politik wird Schülern viel zu spät nahegebracht, die meisten Schüler kennen höchstwahrscheinlich nicht einmal den Unterschied zwischen Bundeskanzler und Bundespräsident, geschweige denn, dass sie einen kleinen Überblick über die aktuelle Tagespolitik haben.
Und was wird aus diesen Studien geschlossen? Ich könnte fast darauf wetten, dass bald Stimmen aufkommen, die solche Ergebnisse auf “Politikverdrossenheit” schieben, anstatt die Gründe in der Erziehung zu suchen. Wenn die enorme Wichtigkeit von Wahlen und Politik Schülern nicht früher nahegebraucht wird, dann wächst gerade eine Generation ahnungsloser und schon fast unmündiger Bürger heran.
Und das, obwohl man heutzutage vernetzt ist wie niemals zuvor: Durch das Internet kann man in wenigen Sekunden fast alles über Politiker herausfinden, aber wenn man nicht früh zur Anteilnahme an der Politik animiert wird, sei es durch Lehrer oder Eltern, dann sieht es ganz danach aus als würden immer mehr ihr Wissen über die Vergangenheit aus Privatfernsehen und Guido-Knopp-Produktionen vermittelt bekommen.


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