Gestern Abend habe ich mir endlich mit Mr. Pierce, dem Stadtbekannten Finderkicker, den neuen Tarantino angeguckt, der den Namen “Death Proof” hat. Dieser Film soll eine Art Trashmovie nachahmen, die früher in kleinen Hinterhofkinos der USA gezeigt wurden. Und mit Trashmovie meine ich nicht einfach nur einen schlechten Film a la “Verliebt in eine Hexe“, sondern einen Film, der nicht nur aus billigsten Dialogen, sondern ansonsten nur noch Sex und Gewalt besteht.
Aber eins vorweg, der Film ist definitiv absolut hochwertig. Die Story ist natürlich absolut Lasch, da der Film auch mit diesem Anspruch angetreten ist, die Schnitte sind sehr sehr schlecht, das Material wurde Digital verschlechtert, wie z.B. durch schwarze Streifen und teilweise am rechten oberen rand auftauchende schwarze Blöcke. Allerdings gibt es teilweise richtig komische Fehlschnitte, die den Zuschauer richtig aus dem Fluss reißen sollen.
Jedoch kann man diverse Dinge einfach nicht verstecken, denn der Film, der in den USA zusammen mit dem Film “Planet Terror” von Robert Rodriguez, der durch “Sin City” und “From Dusk Till Dawn” noch bekannt sein sollte, als Double Feature namens “Grindhouse” in die Kinos kam, hatte ein Budget von ca. 53 – 67 Millionen Dollar. Außerdem war nun einmal Tarantino der Regisseur was man auch am Stil wieder einmal merken kann.
Das machte das ganze Konzept irgendwie ein wenig … unstimmig. Es passte ganz einfach nicht so recht, dass der Film, der von unglaublich hoher Qualität so Billig aussehen möchte. Denn bis auf die Schnitte und Story ist der Film alles andere als billig.
Er gibt zwar keine dämliche sauteure CGI, wie sie “Transformers” z.B. bietet, aber die Verfolgungsjagd und der Aufbau sind alles andere als Trashig. Es werden diverse neue Autos demoliert, das Licht ist sehr sehr gut (achtet darauf, wenn ihr das erste mal das Gesicht von Kurt Russel seht) und außerdem sind die Szenen einfach zu gut aufgebaut.
Ich erinnere mich da an eine Szene, in der Filmcrewmädels im Restaurant sitzen undeine Szene grob Geschätzte 5 Minuten ohne Schnitt daherkommt. Ich weiß nicht, ob ein Trashmovie so eine Szene einbauen würde.
Aber nun ein wenig zur Story: Stuntman Mike (Kurt Russel) verbringt seine Freizeit, also die Zeit wenn es nicht gerade irgendwelche unbekannten Stars in irgendwelchen unbekannten Serien bei ihren Stunts vertritt, gern damit, junge Mädchen in seinem Auto zu töten. Wenn ihr jetzt denkt “Hey, die Story hätte er doch auf einem Blatt klopapier unterbringen können!”, dann muss ich euch zustimmen. Aber lest weiter: Zuerst “schleudert” er eine junge Blonde, die er eigentlich nach Hause fahren sollte, auf seinem Beifahrersitz zu Tode. Danach rast er ohne Licht über den kleinen Toyota Corolla von 4 anderen Mädels aus der Bar. Er ist der einzige, der diesen Unfall überlebt, denn er hat sein Auto für solche Dinge präpariert. Im Endeffekt wird die Schuld den Mädels zugeschoben, weil diese völlig Breit und bekifft gefahren sind, er jedoch nur Wasser getrunken hat. Nähere Untersuchungen werden von Örtlichen Sheriff und seinem Sohn Nr. 1, die noch aus “Kill Bill” bekannt sein sollten nich vorgenommen, um kein Rennen der NasCar Serie zu verpassen. Da muss man ja mal Prioritäten setzen.
Nun macht die Story einen kleinen Sprung (für Tarantino einen echt kleinen) und wir liegen Zeitlich etwas später, der Stuntman ist wieder aus dem Krankenhaus, er sucht seine nächsten Opfer.
Dieses Mal 4 Mädel, die beim Film arbeiten, 2 davon Stuntwomen. Diese fahren normalerweise mit einem hübsch lackierten Mustang rum, haben sich jedoch zu einer Probefahrt in einem 440 PS Muscle Car entschieden. Dabei wird ein nettes kleines Spiel namens “Schiffsmast” gespielt. Man befestigt zwei Gürtel an den Türen und legt sich bei voller Geschwindigkeit auf die Motorhaube. (Das sollte man nicht machen, wenn man einen Kleinwagen fährt. Allein schon wegen der Größe der Motorhaube könnte es unangenehm werden) Hier tritt der Stuntman wieder in Aktion: Er rammt die Mädels. Schubst die Stuntfrau fast von der Motorhaube, die Frauen schaffen es irgendwann zu stoppen, schießen auf ihn, er hat ab.
Aber jetzt kommt erst das große Finale des Films: Stuntman Mike wird von den Stuntfrauen verfolgt. Quasi das selbe Spiel wie das, was er gern spielt, nur umgekehrt. Nunja, es Endet damit, dass er auf der Straße einen Damenschuh ins Gesicht kriegt.
Nun gut, das war die Story, jedenfalls ein Teil dessen. Das ganze ist mit den typischen Sprüchen von Tarantino (“Angezogen, Nackt oder Halbnackt?”) angefüllt, enthält wie immer diverse Querverweise auf andere Filme von ihm (Die eine trägt ein Cheerleaderkostüm mit der aufschrift “Vipers”. Kenner werden sich an den “Deadly Vipers Assasination Squad” aus Kill Bill erinnnern, Das Pfeifen aus Kill Bill als Handy Klingelton und noch viele mehr. )
Alles in allem kann ich sagen: Das war der beste Actionfilm, den ich in diesem Kinosommer gesehen habe, weil er gut gemacht war und auch nen ziemlich guten Spannungsbogen hat. Man musste z.B. mindestens 5 Minuten auf die Erklärung von “Schiffsmast” warten, wobei immer nur auf die Gefahren hingewiesen wurde.
Alles in allem: Ich werde mir auch dieses mal den Rodriguez, der auch bald in die Kinos kommt, reinziehen, aber größtenteils aufgrund des Doublefeatures. Bisher fand ich die Rodriguezfilme bis auf “From Dusk till Dawn” nicht sonderlich prall.
Das ist wohl mein längster Eintrag bisher^^.
Und was ich noch vergessen habe: Ich habe mir die 2 DVD Version von Pulp Fiction bestellt. Muahahaha, da werde ich die nächste Woche das Haus erstmal nicht verlassen können…
Achja, bevor ich es vergesse: Tarantino hat auch einen langen Auftritt. Als Barmann. Man braucht nicht darauf zu achten, die Szenen sind offensichtlich.


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