Ihr habt es bestimmt schon gehört: Michael Moore hat beschissen und in seinen Filmen die Wahrheit massivst verdreht.
Beliebtes Beispiel: Die Waffe auf Bowling for Columbine, die er in einer Bank mit der Eröffnung eines Kontos bekam. Laut Film war es so, dass man das Konto eröffnet und 10 Minuten später eine schicke neue Flinte sein in den Händen hält. Die Wahrheit war, dass Moore darauf bestand, die Waffe sofort mitzunehmen, was absolut nicht üblich war. Die Waffen waren auch nicht in der Bank, sondern in einem Safe, der 300 Meilen weit weg war und normalerweise von einem Lokalen Waffenhändler abgegeben wurde.
Nun gut, das ist sehr sehr stark verdreht, aber im Endeffekt hat er die Waffe bekommen. Hätte man erwähnen müssen, dann wäre alles wieder im Lot gewesen.
Viel Schlimmer als das verdrehen und weglassen von Informationen finde ich zwei Dinge:
1. Moore soll seine Mitarbeiter wie Dreck behandelt haben. Sowas kann man als jemand, der Roger Smith, den damaligen Vorstandsvorsitzenden von GM zurecht dafür verurteilt, halb Flint arbeitslos gemacht zu haben, sich nicht erlauben. Da hätte ich auch persönlich von Michael Moore mehr anstand erwartet.
2. Moore verweigert jegliche Interviews, die diesen Film betreffen und hat sogar die Produzentin des Films aus dem Saal werfen lassen, als diese ihn während einer Kundgebung darauf ansprechen wollte. Für jemanden, der immerhin genauso angefangen hat, sollte allein schon eine gewisse Form der Ehre so etwas verbieten.
Alles in allem hat mich das alles sehr verblüfft. Vor allem, weil Moore vorher eigentlich niemals negativ aufgefallen ist.
Der Film, der sich damit befasst heißt “Manufacturing Dissent”, wobei ich leider absolut nicht weiß, ob man ihn jemals in Deutschen Kinos zu sehen bekommen wird. Ansonsten hoffe ich auf eine DVD-Version.
Grundlegend würde ich nun zu Michael Moore sagen, dass ich mir höchstwahrscheinlich keinen seiner Filme noch einmal ansehen würde (Ich habe 3 Bücher und 3 DVDs von ihm) ohne mich fragen zu müssen, ob er nun grade die Wahrheit erzählt oder es wieder nur dazugedichtet hat. Schade.
Auch ohne diese Szenen hätte ich seine Filme auf ganzer Linie unterstützt. Aber jetzt hat er ganz einfach einen gewissen Vertrauensbonus verspielt. Immerhin: Politisch versucht er wenigstens etwas zu bewegen. Und zwar immernoch gegen Bush und sein Terrorregime. Dabei ist es Glücklicherweise gleich, ob er es nun Ernst meint, oder ob er bloß die Demokraten unterstützt, um PR für sich und seine Filme zu machen.
Shame on you, Mr Moore!


0